Burkhard Floors
Burkhard Floors. Fotografen: Carl Brunn

“Und es geht doch” – Öffentliche Versammlungsstätten in Holz

Burkhard Floors ist Assoziierter Partner bei kadawittfeldarchitektureinem Büro, das sich auf klimasensible, zukunftsfähige und identitätsstiftende Projekte im urbanen Raum spezialisiert hat. Für das Büro und Floors bietet der Holzbau enormes Potenzial – sowohl gestalterisch als auch im Hinblick auf Nachhaltigkeit.

Auf der Build in Wood in Hamburg am 25.-26. März 2026 wird Burkhard Floors in seinem Vortrag „Und es geht doch – Öffentliche Versammlungsstätten in Holz“ Einblicke in die Planung des neuen, multifunktionalen Messe-, Kongress- und Kulturforums in Saarbrücken geben. Trotz komplexer Vorschriften und gängiger Vorbehalte werden bei dem Gebäude die meisten tragenden Wände, Decken und das gesamte Dachtragwerk in Holz ausgeführt.

In diesem Interview erfahren Sie mehr über seine Perspektive auf aktuelle Herausforderungen, Chancen und zukünftige Entwicklungen beim Holzbau – in Deutschland und weltweit.

Können Sie uns einen Einblick in Ihren Hintergrund geben und beschreiben, wie Sie und Ihr Unternehmen mit Holz arbeiten? Was sind Ihre primären Fokusbereiche und Projekte?

Für unser Büro mit Ausrichtung auf klimasensible und zukunftsfähige, gemeinwohlorientierte, urbane Projekte mit hoher Identität bietet der Holzbau großes Potential, auch in gestalterischer Sicht. Entsprechend versuchen wir Holz mit seinen positiven Eigenschaften – CO₂-Bindung, geringe Umweltbelastungen, schnelle Bauweise, Wiederverwendungspotential und gesundheitsfördernd – bevorzugt einzusetzen. Im Fokus steht ein seinen Eigenschaften entsprechender, angemessener Einsatz.

Was sehen Sie aktuell als die dringendsten Herausforderungen im Holzbau, und wie geht Ihr Unternehmen mit diesen Herausforderungen um?

Die regulatorischen und normativen Rahmenbedingungen sind zu einem großen Teil noch auf die klassischen Baustoffe, wie Beton und Stahl, ausgelegt. Dies erschwert und verteuert vor allem die Realisierung von öffentlichen Bauten, Kulturbauten und Großbauten in Holzbauweise. Unserer Erfahrung nach lassen sich diese nur in Holz verwirklichen, wenn alle Fachingenieur:innen bereits in der Konzeptionsphase in die Planung eingebunden sind und eine frühzeitige Abstimmung mit den genehmigenden Stellen stattfindet. Leider ist eine konventionelle Bauweise auch immer noch günstiger.

Mit dem steigenden Interesse an Holzkonstruktionen in Deutschland und dem wachsenden Bedarf an spezialisiertem Wissen – wie sehen Sie das Potenzial für den Holzbau in der Zukunft?

Das Potenzial für den Holzbau erachten wir als sehr groß. Holz spielt bereits eine Schlüsselrolle beim Nachhaltigen Bauen und dies wird sich in Zukunft noch weiter verstärken. Wünschenswert wäre, dass durch Anpassungen der Bauordnungen und Normen auch die Realisierung von großmaßstäblicheren Holzbauten vereinfacht wird. Gute gebaute Beispiele gibt es bereits.

Wie stellen Sie sich die Zukunft des Holzbaus in Deutschland und weltweit vor? Welche Trends und Entwicklungen erwarten Sie?

Mit Hilfe der Digitalisierung (BIM, Fertigung, Logistik) werden sich komplexe Holzbausysteme besser planen, normative Anforderungen früher adressieren und Bauprozesse effizienter gestalten lassen. Nachhaltigkeitsanforderungen, die auch den Rückbau und die Wiederverwendung von Baustoffen umfassen, beschleunigen im Idealfall das Umdenken.

Können Sie ein Holzbauprojekt nennen, das Sie mit seiner Innovation und Kreativität besonders beeindruckt hat? Was macht dieses Projekt in Ihren Augen so interessant?

Die traditionellen Holzbauten in den Alpenländern, aber auch solche in Asien, beeindrucken mich immer wieder mit ihren klaren Konstruktionen und ihrer Zeitlosigkeit. Frühe Projekte von Kengo Kuma, die diese historischen Konstruktionstechniken aufnehmen, strahlen dies ebenfalls aus, gepaart mit Eleganz. Sehr faszinieren mich auch die Bauten von Doerte Mandrup mit ihrer Klarheit und sinnlichen Präsenz.

Möchten Sie mehr von Burkhard Floors hören?

Treffen Sie ihn auf der Build in Wood in Hamburg am 25.- 26. März 2026 und erleben Sie seinen Vortrag „Und es geht doch – Öffentliche Versammlungsstätten in Holz“.

Weitere Informationen zur Konferenz und die Anmeldung finden Sie hier.

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